Freitag, 23. Januar 2009

Maui - Waui (jedenfalls meistens)

Als letzte grössere Insel stand am Neujahrsmorgen Maui auf dem Programm. Auch noch Molokai und Lanai zu besuchen wäre zu aufwändig gewesen. Zu viert machten wir uns also auf den Weg nach Maui, drei von uns waren dabei äusserst froh, den vorangegangenen Abend nicht zu tief ins Glas geschaut zu haben, der andere putze sich dann im Mietauto mal die Zähne ;-) Da der Tag durch den Flug schon etwas gekürzt wurde und das Wetter sich von seiner besten Seite zeigte entschieden wir uns, den Neujahrstag am Strand von Maui zu verbringen. Die herrlich runden und grünen Berge hinter uns, Kahoolawe, Lanai und Molikini Crater in Sichtweite und das herrlich blaue Meer vor uns genossen wir einen super Tag am Strand und im Spiel mit den Wellen. Daneben erkundeten wir kurz die Küste von Kihei und fuhren gegen Abend in unsere Unterkunft in Paia wo wir zwar auf etwas komische Leute trafen die Zeit aber dennoch geniessen konnten. Zu zweit entschieden wir uns am Freitag auf eine Schnorcheltour zu gehen. Ich hatte in Big Island Blut geleckt und erhoffte mir wiederum ein solch wundervolles Farbenspiel der Fische wie in der Captain Cook Bay. Die Voraussetzungen schienen recht gut, schliesslich sollte der Kathamaran nach Molokini, dessen halber Kraterrand aus dem Meer schaut und Lanai fahren. Es sollte anders kommen. Molokini war schnorcheltechnisch eine Enttäuschung, es hatte vergleichseise wenig Fische und meine Brille lief immer wieder mit Wasser voll. Lanai wurde wegen schlechtem Wetter gleich komplett abgesagt, stattdessen sind wir noch irgenwo vor den West-Maui-Mountains Schnorcheln gegangen. Dafür war die Verpflegung an Bord in Ordnung und ich genoss das Wetter auf Deck. Ungeplantes Highlight der Tour war aber zweifellos das unbeabsichtigte Whale-watching. Im Winter kommen die viele Wale aus dem Norden in die Bucht vor Maui. Wir waren schon begeistert, als wir in der Ferne einen Wal aus dem auftauchen sahen. Um die Wale nicht zu verscheuchen und allenfalls einen besseren Blick auf die Meeresriesen zu erhaschen stoppte das Boot die Maschinen und die Wale kamen tatsächlich näher... und näher... bis sie schliesslich 5 Meter vor dem Boot waren, unter dem Boot durchtauchten um auf der anderen Seite wieder aufzutauchen. Es schien als wollten sie uns begrüssen (zum Glück kennen Wale keinen Flossenschlag als Begrüssung). Es war wirklich unbeschriblich, diese gigantischen Tiere 10, 12 Meter vor der Nase zu sehen. Schon alein dafür hat sich der Trip gelont.
Nachdem schon der Trip auf den Mauna Kea nicht geklappt hat, wollte ich zumindest auf dem Haleakala, welcher immerhin eine Höhe von  etwas über 3000 Meter erreicht, den Sonnenaufgang geniessen. Folglich standen wir am Samstag ca. um 4 Uhr morgens auf, packten praktisch alle (Sommer-)Kleider die wir dabei hatten ein und fuhren auf den Vulkan der Maui schuf. Wiederum meinten es jedoch die Berg-Götter nicht gut mit uns. Nachdem wir ca. eine halbe Stunde im Auto warten mussten (irgenwie war ich schneller als alle gesagt haben) mussten wir feststellen, dass der Nebel zu dicht war um irgendetwas zu erkennen und da es kein Bergrestaurant mit Kaffee-Schnaps-Angebot gab fuhren wir unverrichteter Dinge wieder zurück. Nach einem kurzen Strandbesucht am Blackrock an der Westküste besuchten wir abends das alte Fischerdorf Lahaina mit seiner schönen Strandpromenade wo wir uns auch ein gutes Essen direkt am (rsp. halb über) dem Meer genehmigten.
Wir haben uns sagen lassen, dass die Road nach Hana ein Highlight sei, dass wir uns nicht entgehen lassen sollten. Also machten wir uns am Sonntag auf, diesen Mythos zu überprüfen. Tatsächlich führt die Strasse nach Hana sehr schön dem Meer entlang und durch tropische Vegetation und bietet auch einige Gelegenheiten zum Baden. Eine davon nutzten wir in einem klischeehaften,  kleinen Badeteich mitten im Regenwald. Allerdings ist die Strasse nicht für schwache Magen zu empfehlen ... Hana selbst mag zwar auch schön sein, jedoch für uns seither etwas negativ behaftet. Ohne Ortskenntnisse wie wir waren fuhren wir etwas langsamer durch Hana und bremsten auch mal auf der Suche nach einem Lebensmittelgeschäft. Zwei einheimischen Frauen hat das überhaupt nicht gefallen was sie mit kurzem Betätigen der Hupe kundtaten, worauf wir wiederum mit dem typisch hawaiianischen "Hang loose" antworteten. Am nächsten Parkplatz parkierten sie neben uns und es schien als ob die Sache gegessen sei also konnten wir uns unsererseits aufs Essen konzentrieren. Die Frauen schienen aber noch Appetit auf mehr zu haben und als der erste unserer Reisegruppe den Laden verliess wurde er sogleich von ihren Freunden angegriffen und musste gleich einige Schläge einstecken. Glücklicherweise konnte er sich jedoch kurzum befreien und zurück ins Geschäft flüchten wo wir die Situation nicht wirklich gleich richtig einschätzen konnten. Ein anderer kassierte dadurch auch noch eine Ohrfeige, weiter ins Geschäft trauten sich die Raufbolde dann aber doch nicht und "flohen" kurz darauf mit ihrem Auto, jedoch nicht ohne unser Auto mit ihrem Schlüssel zu maltretieren. Die vom Ladenbesitzer gerufene Polizei war keine 5 Minuten später am Tatort und telefonierte auch gleich mit einer der Frauen, welche das ganze als Missverständnis hinstellte. Durch das Telefonat mit den wohl stadtbekannten Kleinkriminellen konnten wir uns jedoch zumindest recht sicher sein, dass sie uns nicht irgendwo auflauerten. Trotzdem war uns die Lust irgendwie vergangen und wir machten uns, teilweise etwas ramponiert auf den Rückweg. Den Montag verbrachten wir dann nochmal am Strand bevor wir abends in den Sonnenuntergang und zurück nach Honolulu flogen.

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